News

29. November 2022

Camillo-Award für die Leitstelle Tirol

Zum dritten Mal wurde gestern Abend (28.11.2022), auf Einladung des Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka, der Camillo Award für besondere Verdienste um die präklinische Notfallversorgung verliehen. Eine interprofessionelle Projektgruppe rund um den Qualitätsmanagement-Beauftragten der Leitstelle Tirol Andreas Maurer entwickelte das Kommunikationsschema "PAR-AVISO" und setzte es erfolgreich im gesamten Bundesland Tirol um. Dabei handelt es sich um eine sichere und vollständige Voranmeldung und Übergabe kritisch erkrankter bzw. verletzter Personen an Schockraumteams, durch die Informationsverluste und Missverständnisse vermieden werden.

Ab Dezember 2022 wird „PAR-AVISO“ in den Schockräumen der Orthopädie/Traumatologie des Landeskrankenhauses Innsbruck die Grundlage für das neue Übernahmeprotokoll bilden. Wir gratulieren herzlich und danken den beteiligten Partnerorganisationen, Team Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, Rettungsdienst Tirol gGmbH, tirolkliniken - Universitätsklinik Innsbruck und ÖAMTC Flugrettung.

Mehr Infos gibt es unter: https://link.springer.com/article/10.1007/s10049-022-01094-w

Foto: Parlamentsdirektion / Thomas Topf

11. November 2022

Zivildiener bei der Leitstelle Tirol

Momentan ist Clemens Zivi im Einsatzbetrieb und unterstützt den Fachbereich „Feuerwehr und Technische Rettung“. Zu seinen Aufgaben zählen das Betreuen der Brandmeldeanlagen, Mitarbeit in der Telefonie und auch die Unterstützung der Feuerwehr-Disponenten. Alle neun Monate geben wir einem Zivildiener die Chance auf einen spannenden Arbeitsplatz.

21. Oktober 2022

Werde Teil unseres Teams

Die Einsatzzahlen steigen, der Einsatzbetrieb der Leitstelle Tirol wird um fünf weitere Stellen verstärkt. Wir suchen motivierte MitarbeiterInnen für einen außergewöhnlichen und faszinierenden Arbeitsplatz. Arbeitsbeginn ab Jänner 2023, nähere Infos unter Karriere

18. September 2022

Tiroler Bergretter als Lebensretter im Iran

Die Bergrettung in Tirol zählt zu den Eliteeinheiten im Alpinen-Rettungsdienst weltweit. Unlängst unter Beweis stellen konnte dies eine Truppe aus Bergrettern der Ortsstellen St Johann und Kössen. Markus Prantl, Michael Fahringer und Ricky Hecht wurden Lebensretter im Iran:

„Als wir uns auf dem Weg zum Canyon befanden, bekam unser Fahrer einen Anruf, dass im tief eingeschnittenen Canyon sich eine verletzte Frau befand. Offenbar war die Verletzte seit einem Tag in der Schlucht und konnte nicht gerettet werden. Schnell beschlossen wir den Kollegen im Iran zu helfen und stiegen in den Canyon ein und versuchten flott voranzukommen. Die Schlucht war aquatisch, technisch und lang. Nach einigen Stunden waren wir am Einsatzort und konnten uns mittels Dolmetscher ein Bild der Lage machen.

Wir ließen uns von der Patientin den Unfallhergang erklären. Sie sei beim Abklettern mehrere Meter nach unten gestürzt und ihr Fuß schmerzte. Wir erfuhren, dass bereits vor einem Tag ein Notarzthubschrauber des „Roten Halbmondes“ alarmiert worden war. Auch Rauchzeichen kennzeichneten schon den Einsatzort.

Eine russische Mil-Mi 17 kreiste etwas später mit ohrenbetäubendem Lärm über uns und schwenkte wieder ab. Einer der Iraner hatte telefonischen Kontakt mit der Leitstelle des „Roten Halbmondes“. Wir konnten in Erfahrung bringen, dass der Hubschrauber aufgrund des Wetters nicht anfliegen würde. Wir waren allesamt ein wenig verwundert, da keine Wolke sichtbar war und nur eine leichte Brise wehte. Jedenfalls musste eine Notstrategie besprochen werden.

Wir erkundigten uns bei unserem Guide, was flussabwärts noch alles auf uns zukommen würde. Vier Wasserfälle wären unterhalb unseres Standpunktes noch zu überwinden. Aufgrund der Länge des Canyons und der hohen Wassergefahr wäre allerdings eine Bergung nach unten äußerst langwierig. Wir teilten der Patientin die aktuelle Situation mit und beruhigten Ihren Freund, welcher sichtlich mitgenommen war. Danach machten wir uns als Vorhut auf den Weg flussabwärts, um mit dem Aufbau der Seilversicherungen zu beginnen.

Als wir wieder bei der Patientin ankamen, waren zwei einheimische Bergbauern in Gummistiefeln und Plastikschuhen vor Ort. Da wir leider kein Farsi verstanden und unsere Dolmetscherin erstmal ein wenig Ruhe in die Situation bringen musste, konnten wir erst nach einer gefühlten Ewigkeit erfahren, wie sie denn mit diesem Schuhwerk hierherkamen. Kurz oberhalb der Holzleiter befindet sich ein Notausstieg. Wir besprachen die neue Situation und entschlossen uns dazu, die Bergung über den Notausstieg durchzuführen.

Nach mehreren Stunden endlich im Bachbett angekommen, konnten wir uns mit dem kühlen Nass erfrischen und etwas trinken. Man bedenke, es hatte an diesem Tag über 35 Grad! Nach weiteren mühevollen Passagen erreichten wir den Übergabeplatz an den Rettungswagen. Wir haben gemeinsam, mit vereinten Kräften und trotz Sprachbarriere eine großartige Leistung vollbracht. Die Teilnehmer der Rettungsaktion standen noch zusammen und machten Bilder mit uns. Wir wünschen der jungen Dame eine rasche Genesung und alles Gute.

Uns wurde eindrücklich aufgezeigt, welch einzigartige Rettungskette wir in Tirol bzw. Österreich haben. Ohne unser Mitwirken hätte die Patienten unter Umständen noch eine Nacht im Canyon verbracht oder die Bergung wäre vielleicht missglückt. Berg Heil“ – Markus Prantl, Michael Fahringer, Ricky Hecht.

Besonders stolz sind wir darauf, dass Markus seine Expertise in die tagtägliche Arbeit in der Leitstelle Tirol als Disponent einbringt. Danke an alle RetterInnen im Land Tirol für euer Engagement und die immer gute Zusammenarbeit.

30. Juli 2022

Hausnummern retten Leben

Gut sichtbare Hausnummern sind für das schnelle Auffinden von Einsatzorten essenziell 

Ein Notruf geht bei der Leitstelle Tirol ein, rasch werden von den NotrufexpertInnen Gemeinde, Straße und Hausnummer erfragt. Parallel dazu kümmern sich die DisponentInnen um das geeignete Rettungsmittel, während lebensrettende Maßnahmen über das Telefon angeleitet werden. Notarzt und Rettungswagen sind schon in der richtigen Straße, finden aber das Gebäude nicht, da an dem gesuchten Objekt keine Hausnummer sichtbar montiert ist. Die nötige Hilfeleistung verzögert sich dadurch. 

„Ein Szenario, das so immer wieder passiert. Das Suchen der Hausnummern kostet oft viel Zeit. Unsere Disponentinnen und Disponenten unterstützen die Blaulichtorganisationen über Funk, durch sehr genaues Kartenmaterial der Gemeinden und GPS-Trackingposition der Fahrzeuge, um das Haus schnell zu finden – visuelle Hilfen, wie große Nummern an der Hauswand zur Straßenseite, bringen dabei einen deutlichen zeitlichen Vorteil. Deshalb appellieren wir, Hausnummern gut sichtbar anzubringen“, sagt Bernd Noggler, Geschäftsführer der Leistelle Tirol. „Zudem sollte bei Mehrfamilienhäusern auch Top-Nummer und Name angeschrieben sein und diese im Notrufgespräch angegeben werden. Wichtig ist zusätzlich auch, dass die Fragen der Notrufexpertinnen und Notrufexperten beantwortet werden, damit am Telefon schon gut geholfen werden kann.“ 

Checkliste für richtig montierte, gut sichtbare Hausnummern:
• Hausnummer zur Straßenseite ausreichend hoch und gut sichtbar montieren 
• Das Schild sollte nicht von Sträuchern oder Vordächern verdeckt sein 
• weniger ist mehr: ausreichend große und kontrastreiche Tafeln, auf künstlerisch gestaltete Schilder besser verzichten 
• lange Zufahrten und rückseitige Eingänge mit Zusatztafeln beschildern 
• Hausnummer nachts beleuchten 
• Bei Mehrfamilienhäusern Top-Nummer und Name am Klingelbrett und bei der Wohnungstüre anbringen 

Sofern ausreichend Personen vor Ort sind, sollte immer ein/e EinweiserIn vor das Gebäude kommen und die Einsatzkräfte in Empfang nehmen. 

Verhalten im Notfall