Einsatzbearbeitung

Struktur und Standards bei der Notrufabfrage für schnelle und richtige Hilfe

Es ist für fast alle Menschen eine Ausnahmesituation, wenn ein Notfall eintritt und die Notrufnummer gewählt werden muss. Aus diesem Grund verwendet die Leitstelle Tirol für die Notrufbearbeitung ein standardisiertes Abfragesystem für die Fachbereiche Feuerwehr und Notfallrettung. Es dient einerseits dazu, die wesentlichen Informationen für die Alarmierung der Einsatzorganisationen zu erhalten und andererseits dem Notfallmelder Ruhe zu vermitteln und ihn bei der Bewältigung der Akutsituation zu helfen bzw. Sicherheitshinweise und Anweisungen zu Sofortmaßnahmen zu geben. Dieser parallel geführte Ablauf ermöglicht es unseren Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern, den Kontakt mit Ihnen so lange wie notwendig zu halten. Zeitgleich dazu erfolgt die Alarmierung der erforderlichen Einsatzkräfte, an die wir alle vom Melder erhaltenen und relevanten Informationen weiterleiten.

Gezielte Hinweise für eine schnelle und richtige Hilfe

Mit Hilfe der strukturierten Notrufbearbeitung können beispielsweise Krankheitssymptome oder Unfallmechanismen genau erhoben werden. Mit gezielten Hinweisen für den Anrufer kann die Zeit bis zum Eintreffen der professionellen Hilfe optimal überbrückt werden. Im Bereich des Rettungsdienstes sind dies zum Beispiel allgemeine Hinweise zur Lagerung und Überwachung des Patienten, die Blutstillung bei Verletzungen bis hin zur Herz-Lungen-Wiederbelebung oder der Anleitung einer Geburt. Im Bereich der Feuerwehr stehen Hinweise zur Sicherheit der betroffenen Person/en bzw. des Melders im Vordergrund. Auch wenn mehrere Personen den gleichen Notfall melden, können alle involvierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Leitstelle Tirol sämtliche erfasste Informationen zeitgleich einsehen.

 

Paralleler Prozess der Notrufbearbeitung

Paralleler Prozess der Notrufbearbeitung

Gesundheitsberatung 1450

Zu Beginn eines 1450 Anrufes werden Sie nach Ihrem aktuellen Aufenthaltsort gefragt und das Vorliegen eines akuten medizinischen Notfalles wird ausgeschlossen, oder es erfolgt sofort die Entsendung des Rettungsdienstes. In weiterer Folge wird die Konsultation durch speziell ausgebildetes diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal weitergeführt. Basierend auf den geschilderten Symptomen wird in einem ausführlichen Gespräch das vorliegende Zustandsbild beurteilt. Dabei werden natürlich auch Faktoren wie Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen berücksichtigt.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden durch das Expertensystem unterstützt. Das bedeutet, dass anhand von den mehr als 200 Fragebäumen gezielt schwerwiegende und zeitkritische Krankheitsbilder identifiziert bzw. ausgeschlossen werden können und schließlich eine Empfehlung zur Art und Dringlichkeit der weiteren Vorgehensweise gegeben werden kann. Abhängig von Tageszeit und Aufenthaltsort wird dann gemeinsam mit Ihnen die weitere Versorgung geplant. Das kann die Entsendung eines Visitenarztes sein, die Empfehlung zur Konsultation des Hausarztes oder die Empfehlung, eine Notfallaufnahme in einem Spital aufzusuchen.